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28.5.2002

Von Super 8 auf DVD

Das Heimkino ab der DVD-Scheibe liegt im Trend. Immer häufiger werden auch alte Super-8-Filme auf DVD transferiert, damit man die schön Erinnerungen längst vergangener Ferien, Hochzeiten und Kindergeburtstage auf dem Computermonitor und dem Fernsehbildschirm betrachten kann.

Von Beatrice Jäggi

Doch wie kommt ein Super-8-Film auf die DVD-Scheibe bzw. auf die Harddisk eines Computers? Zuerst muss das Bild von Zelloidsteifen in eine elektronische Form umgewandelt werden. Dies geschieht durch einen Abtaster. Die Anschaffung dieses Gerätes lohnt sich für einen Privatanwender kaum. Einen Überblick verschiedener Studios, die diesen Service anbieten, findet sich in der Adressübersicht (Link). Das elektronisch umgewandelte Bildsignal wird danach auf einem Videoband aufgezeichnet. Sollte der Film später am Computer weiterverarbeitet werden, erfolgt die Aufzeichnung am besten auf einem Mini-DV-Band.
Die meisten DV-Abspielgeräte, z.B. eine DV-Kamera, verfügen über einen digitalen Ausgang, über den die Filmdaten in Abspielzeit auf die Harddisk kopiert werden können. Als Schnittstelle beim Computer hat sich in den vergangenen Jahren FireWire durchgesetzt. Bei Computern von Apple und Sony gehört diese Schnittstelle zur Hardware, ansonsten muss eine Karte dafür im Computer eingebaut werden (wird oft auch mit einem einfachen Videoschnittprogramm mitgeliefert).
Heute werden eine ganze Reihe von erschwinglichen Videoschnittprogrammen auf dem Markt angeboten, mit denen ein Film am Computer bearbeitet werden kann. Sehr bedienungsfreundlich sind die Produkte i-Movie und i-DVD, die mit dem Kauf eines neuen i-Macs gratis mitgeliefert werden. Mit dem Programm i-DVD können die Filmdaten dann so konvertiert werden, dass sie mit einem DVD-Brenner auf eine DVD geschrieben werden können.

Selbst der beste Transfer eines Super-8-Films auf Video ergibt keine bessere Qualität als der Originalfilm. Durch den Transfer erhält der Film einen härteren Kontrast. Dunkle Stellen im Film verlieren oft an Zeichnung. Ausserdem müssen Filmdaten, die auf eine DVD geschrieben werden sollen, komprimiert (MPEG-2-Codec) werden. Dies hat, je nach Stärke der Kompression, ebenfalls eine Qualitätseinbusse zur Folge. Keine Qualitätseinbussen ergeben sich, wenn der Film von der Harddisk wieder auf ein DV-Band überspielt wird.

Und was soll mit dem alten Super-8-Film nach dem Transfer geschehen? Auf keinen Fall wegwerfen! Herkömmlich Videobänder haben eine Lebensdauer von lediglich ca. 15 Jahren. Über die Haltbarkeit von Daten auf einer DVD-Scheibe gibt es noch keine Erfahrungswerte. Als Archivierungsmedium hält sich der Zelloidstreifen immer noch am besten!

Übersicht verschiedener Filmbearbeitungsprogramme:

Apple:
i-Movie Filmschnitt
Final Cut Pro Filmschnitt (semiprofessionell)
Adobe Premiere Filmschnitt (semiprofessionell)
i-DVD Film für das Brennen auf DVD aufbereisen

Windows:
Movie Maker Filmschnitt
MovieDVsuite Filmschnitt (mit FireWire-Karte)
Adobe Premiere Filmschnitt (semiprofessionell)

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Durch Drauflegen kommt noch lange kein Super-8-Film in die DVD-Scheibe.

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